Drachenberg in Geismar - Biotopbeweidung in Südniedersachsen.

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Drachenberg in Geismar

Beweidungsflächen
Bei dem Drachenberg im Ortsteil Geismar in Göttingen handelt es sich um eine ehemalige Bauschuttdeponie, die 1988 stillgelegt und anschließend rekultiviert wurde. Es wurden Bäume und Büsche gepflanzt, zum Großteil wurde das Gebiet jedoch einfach der Sukzession überlassen. Seit dem hat sich die am südlichen Stadtrand gelegene Fläche zu einem kleinen Naturparadies entwickelt. Vögel, in erster Linie Halboffenland-Arten, wie Goldammer, Dorngrasmücke und Sumpfrohrsänger kommen hier noch in hohen Dichten vor. Aber auch Feldschwirl, Nachtigall, Gelbspötter, Kuckuck und das Rebhuhn sind hier zu finden (siehe Homepage AGO).

Nachdem in den 1990er Jahren ein Golfplatz auf dem Kerstlingeröder Feld (mittlerweile Naturschutzgebiet) verhindert werden konnte, versuchte die Göttinger Sport und Freizeit GmbH 2015 ein ähnliches Vorhaben am Drachenberg und an den umliegenden Feldern auf einer Fläche von über 70 Hektar durchzusetzen. Ein breites Bündnis aus Einwohnern, Vereinen und Politik (Stellungnahme BSG) konnte dies zum Glück verhindern.

Heute gilt der Drachenberg für die Einheimischen als ein Erholungsgebiet. Nahe am Stadtrand gelegen, findet man hier Ruhe vom städtischen Treiben. Neben Äcker, Wiesen und einen sich entwickelnden Wald befinden sich auch zwei unserer Weiden am Drachenberg. Diese werden, wie alle unsere Beweidungsflächen frei von Dünger und Pestiziden, extensiv beweidet.

Landschaftspflege und Beweidung
Die erstmalige Beweidung begann mit einer kleinen Skuddenherde auf der Westseite kurz vor Weihnachten 2020. Hier verweilten sie über den Winter und verbissen den stark verbuschten Magerrasen. Leider fanden in der Vergangenheit keine Bewirtschaftungsmaßnahmen vom ehemaligen Pächter statt. Die Pflegemaßnahmen sind hier umso wichtiger, dass auch die hier vorkommenden Rebhühner davon profitieren werden.

Im Dezember 2021 fand unter reger Beteiligung an Freiwilligen des AK Biotoppflege der BSG ein Pflegeeinsatz statt. Im extrem verbuschten südlichen Abschnitt der Westweide wurde eine Zaunschneise durch das wuchernde Schlehengehölz errichtet. Kurz darauf konnten Schafe und Ziegen Knospen und Triebe der Büsche abknabbern und drängen seitdem zweimal jährlich dieses zuvor undurchdringliche Gebüsch zurück und fördern somit einen artenreichen Magerrasen.
Vernetzung der zwei Biotopweiden über den Südhang
Der Drachenberg ist in den letzten zwei Jahrzehnten, aufgrund mangelnder Beweidung des ehemaligen Pächters, mittlerweile sehr stark verbuscht. Zeigen Luftaufnahmen von 2009 und damalige Fotoaufnahmen noch eine größtenteils offene Landschaft, befindet sich der Berg mittlerweile in einem Sukzessionsstadium zum Wald. Nur die Wanderwege am und auf dem Berg werden regelmäßig gemulcht. Ausnahmen bilden unsere zwei Weiden westlich und östlich des Bergs. Diese werden im Rahmen des Beweidungsprojekts seit Ende 2020 extensiv bewirtschaftet. Später entstand die Idee die zwei Flächen, die etwa 300 Meter auseinander liegen, über den Südhang zu verbinden. 2024 schickte das Umweltamt der Stadt Göttingen schweres Gerät in die Fläche und mulchte, dort wo es die Hangneigung zuließ, einige Streifen frei. Andere Schneisen wurden über Eigeninitiative mit Motorsäge und Motorsense errichtet. Den letzten Abschnitt, zur Vollendung der Verbindung, übernahm nun im Januar 2026 die Pflegeeinsatztruppe Rürig e.V. Siebzehn motivierte Personen rückten an und errichteten eine großzügige breite Zaunschneise. Somit entstanden in mehreren Etappen fünf Parzellen von jeweils etwa 4000 m² für die Beweidung. Es existiert nun eine durchgehende Vernetzung über den Südhang zwischen West- und Ostweide. Schafe und Ziegen können jetzt den extrem stark verbuschten Bereich durch Verbiss und Schälen auflichten und ein weiteres artenreiches Biotop schaffen.
© biotopbeweidung.de
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