Beweidung in Kerstlingerode
Schäferei
Seit 2016 leben in unserem Dorf wieder Schafe und Ziegen. Allerdings werden seitdem nur kleinere Flächen zum Herbst, Winter und im Frühjahr auf ausgesuchten Plätzen im Dorf beweidet. Seit Beginn der Beweidung werden die Flächen um die Teiche sowie anliegende Gärten und ein Feldweg, in der Vergangenheit auch die Grünflächen des ehemaligen Obdachlosenhäuschens, des Feuerwehrhauses und des Pfarrhauses, abgegrast.
2025 erfolgte nach fünf Jahren Schafsbeweidung auf dem Friedhof ein positives Zwischenfazit: Der Friedhof umfasst insgesamt drei voneinander getrennte Bereiche. Seit 25 Jahren wird jedoch nur noch der große nördliche Bereich aktiv für Bestattungen genutzt. Die westliche Fläche (mit dem großen Holzkreuz) ist komplett grabfrei, während sich auf der unteren südlichen Fläche noch vier Gräber befinden, von denen lediglich eines gepflegt wird. Direkt an der Friedhofsfläche ganz im Osten anliegend, wird sich seit Winter 2024/25 eine Fläche im Privatbesitz mitbeweidet.
Vor Beginn der Schafsbeweidung im Jahr 2020 mussten die Flächen mit hohem Arbeits- und Kostenaufwand gemäht werden, jedoch ohne das Schnittgut zu entfernen (Mulchen). Dies führte zu stark verfilzten und vermoosten Wiesen, die zu jener Zeit eine nur sehr überschaubare pflanzliche Artenvielfalt aufwiesen.
Am Randbereich des Friedhofs sorgen Efeugewächse, die an Eschen hochklettern oder am Boden kriechen, für eigene kleine Biotope. Der Gemeine Efeu stellt insbesondere im Herbst eine bedeutende Nahrungsquelle für Bienen, Hornissen und andere Insekten dar. Auch die Waldeidechse findet im sonnenbestrahlten Südhang unter den Efeublättern ideale Lebensbedingungen vor.
Im Frühjahr und Sommer 2025 konnten folgende charakteristischen Pflanzenarten nachgewiesen werden: Großer Sauerampfer, Scharfer Hahnenfuß, Wiesen-Schaumkraut, Gewöhnliche Schafgarbe, Rot-Klee, Gamander Ehrenpreis, Kleine Braunelle, Spitz-Wegerich, Hornklee, Wiesen-Labkraut, Gras-Sternmiere, Gelbe Korbblütler
Im Winter 2025/26 fand eine größere Skuddenherde auf einer drei Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Weide ihren Platz zum Überwintern.